4 Kernkompetenz Inklusion

Umgang mit Vielfalt – heterogene Lernvoraussetzungen als Herausforderung: Individuelle Förderung und Inklusion

Mit der steigenden Anzahl der Förderschüler im Gemeinsamen Lernen im Stadtgebiet Neuss wurde 2012 beschlossen, dass an Neusser Gymnasien Plätze zum gemeinsamen Lernen geschaffen werden. Bereits im Februar 2013 gründete das Gymnasium Norf deshalb eine Arbeitsgruppe, welche vorbereitende Prozesse anstoßen und Strukturen schaffen sollte, die wichtig waren, um Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf zu Beginn des Schuljahres 2014/2015 angemessen willkommen heißen zu können.

Als erstes Gymnasium im Stadtgebiet Neuss begrüßten wir im August 2014 vier Schüler und eine Schülerin mit besonderem Unterstützungsbedarf im Bereich Lernen. Seit dem hat das Gymnasium Norf jedes Jahr bis 2018 eine Inklusionsklasse mit dem Förderschwerpunkt Lernen eingerichtet. Dies führte zu einer positiven Entwicklung und hat ermutigende Erfolge ermöglicht, welche sich auf den seit 2019 gewechselten Schwerpunkt auf Kinder mit vorrangig emotional-sozialem Förderbedarf übertragen lässt.

Das Gymnasium Norf zeichnet sich maßgeblich durch eine gewachsene Kultur der individuellen Förderung aus, die nicht nur in der Haltung der Unterrichtenden, sondern auch strukturell verankert ist und der Schule hilft, die Herausforderungen der Inklusion anzugehen. Seit Jahren haben wir bereits erfolgreich Erfahrung gesammelt mit zielgleich unterrichteten Schülerinnen und Schülern in den Förderschwerpunkten Hören/Kommunikation und emotionale/soziale Entwicklung.

Inklusion bedeutet für uns größtmögliche Teilhabe und Mitwirkung aller Mitglieder der Schulgemeinschaft an der Gestaltung des Schullebens. Uns ist bewusst, dass Inklusion bedeutet, die Verschiedenheit aller Menschen anzuerkennen und wertzuschätzen. Wir möchten keine Förderschule im System Gymnasium schaffen, sondern die uns anvertrauten Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf entsprechend ihrem jeweiligen Förderschwerpunkt bestmöglich fördern und selbstverständlich wie alle anderen am Schulleben teilhaben lassen. Wir sehen den Weg zur inklusiven Schule als Prozess an. Inklusion verstehen wir dabei als Leitidee (Einheit in Vielfalt - #gutzusammenleben). Unser Ziel muss es sein, Inklusion in allen Klassen zu leben.

 

Grafik Inklusion

Wir merken, wie von der Professionalisierung der Kolleginnen und Kollegen durch die Inklusion große Synergie-Effekte ausgehen, die unser gesamtes System positiv weiterentwickelt. Das Kollegium bekommt Einblicke in sonderpädagogisches Know-How und hat seine Kompetenzen insbesondere in den Feldern Lernförderung, Classroom-Management, Soziales Lernen, Beratung, Diagnostik und Förderplanung erweitert. Die Möglichkeiten, einen Nachteilsausgleich zu gewähren, sind besser verankert und werden sinnvoll eingesetzt. Außerdem versuchen wir unseren Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf den Übergang in den Alltag und ins Berufsleben zu erleichtern.

Am Gymnasium Norf gibt es eine Kultur der individuellen Förderung (Gütesiegel Individuelle Förderung verleihen 2011), die neben der grundsätzlichen Haltung der Unterrichtenden auch strukturell verankert ist. Der Umgang mit diagnostischen Verfahren (z.B. Hamburger Schreibprobe), spezifischer Förderung und fächerübergreifendem Nachteilsausgleich ist Lehrkräften unserer Schule bereits durch die intensiven Bemühungen im Bereich LRS-Förderung/Dyskalkulie langjährig vertraut. Konzepte zur strukturierten und kooperativen Beobachtungsdiagnostik in der Erprobungsstufe sowie kooperative Förderplanarbeit mit verbindlichen Dokumentationsstrukturen sind etabliert und finden im Rahmen der Inklusion noch eine Weiterentwicklung.

Der Unterricht des Gemeinsamen Lernens soll bei Doppelbesetzung möglichst weitreichend gemeinsam geplant und durchgeführt werden. Dabei sollen beide Lehrkräfte gleichwertig in das Unterrichtsgeschehen eingebunden sein (Teamteaching). Förderpläne werden gemeinsam evaluiert und weiterentwickelt.

Die Klassen- und Hauptfachlehrer sowie die Sonderpädagogin haben eine im Stundenplan verankerte gemeinsame Teamstunde pro Woche. Dieses Kernteam koordiniert regelmäßige Teamsitzungen mit allen unterrichtenden Kolleginnen und Kollegen. Der regelmäßige Austausch über die Ganztagsschülerinnen und –schüler, die organisatorischen Abläufe des Ganztages und Terminabsprachen (Teilnahme Zeugniskonferenzen, Fortbildungen etc.) sind ein wichtiger Aspekt der Konzeption. Die Konzeptarbeit für das Inklusion am Gymnasium Norf findet im Rahmen der Fachschaft Gemeinsames Lernen statt, die aus einer Arbeitsgemeinschaft hervorgegangen ist, regelmäßig tagt und ihre Arbeit dokumentiert.

Transparenz bezüglich der Erfahrungen aus der Inklusion soll weiterhin durch Lehrerkonferenzen und Fortbildungsveranstaltungen geschaffen werden. Die Unterrichtenden im Gemeinsamen Lernen sind offen für Hospitationen von Kolleginnen und Kollegen.

 

Schulentwicklungsziele in diesem Bereich:

  • Verbesserung der individuellen Förderung im Bereich Inklusion durch den Einsatz digitaler Medien und die engmaschigere und nachhaltigere Dokumentation von Lernbeobachtungen mit Hilfe einer Klassenbuchsoftware (WebUntis)
  • Erstellung eines Konzepts zum Umgang mit SuS mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich emotional-soziale Entwicklung.
  • schuleigenes Konzept zur Arbeit in multiprofessionellen Teams (Regel(klassen)lehrkräfte, Sonderpädagogen, Sozialpädagogen, Schulsozialarbeiterin, Schulbegleiterin, FSJ, OGS…)

 

pdf icon Inklusionskonzept als PDF downloaden.

weiter zu Ausgezeichnete Schule 

zurück 

 

 

GymNorf Farbschema klein