23. Oktober 2019, 10 Uhr: Kribbelnde Aufregung lag in der Luft am Düsseldorfer Flughafen: In wenigen Stunden sollte unsere Reise nach Israel beginnen. Auch wenn wir es uns noch nicht vorstellen konnten, ahnten wir bereits, was dies für eine einmalige und einzigartige Erfahrung werden würde. Und so war es: Obwohl wir erst spät abends am Flughafen in Tel-Aviv landeten, ließen es sich unsere Austauschpartner vom ersten Moment an nicht nehmen, uns willkommen zu heißen. Die überraschende Begrüßung am Flughafen war nur der Beginn einer Woche, die wir nie vergessen werden, da sie so voller Gastfreundschaft, berührenden Momenten und vor allem von neuen Erfahrungen geprägt war.

israel2019 4Nach der Ankunft und Begrüßung fuhren wir durch Jerusalem, das im Gegensatz zu unseren Erwartungen sehr von Hochhäusern und Großstadtflair bestimmt ist, zu unserer Unterkunft für die ersten zwei Nächte.

Bereits am ersten Tag bekamen unsere Reisegruppe die prächtige Altstadt Jerusalems zu sehen. Unsere Guidin Shirley Graetz führte uns mit dem linken Fuß voran - angeblich soll dies Glück bringen - durch das Jaffator der Altstadt. Durch enge Marktgassen vorbei an Ausgrabungsstätten liefen wir zur Klagemauer. Schon auf dem Weg dorthin faszinierten die verschiedenen Religionen und Kulturen. Vor dem Betreten dieses bedeutenden Ortes des Judentums durften wir einen unglaublichen Ausblick über ganz Jerusalem genießen.

Angekommen an der Klagemauer spürte man bereits die einzigartige Stimmung, welche sich intensivierte als wir uns näherten. Menschen jeden Alters, Religion und Kultur beteten oder staunten über die Atmosphäre. Während der Großteil unserer Gruppe anschließend die Grabeskirche besichtigte, durfte ein türkischstämmiger Schüler zeitgleich die Al-Aqsa-Moschee besuchen, da dort nur gläubigen Muslimen der Zutritt erlaub ist. Zum Abschluss der Führung durch die Jerusalemer Altstadt aßen wir gemeinsam auf einer Dachterrasse die lokalen Spezialitäten Falafel und Schawarma.

Nachmittags fuhren wir zur Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem. Die Erlebnisse dort berührten alle sehr. Vor allem das Denkmal für die Kinder war sehr emotional, sodass wir dies abends mit einem entspannten Marktbesuch in der Nähe unseres Hostels und einem gemeinsamen Gespräch verarbeiteten.

Die Stimmung blieb dennoch auch am nächsten Morgen, bei der Abfahrt nach Massada, ungetrübt. Wieder führte uns Guidin Shirley Graetz durch die ehemalige Festung des König Herodes, in welcher sich - der Legende nach - mehrere tausend jüdische Männer, Kinder und Frauen vor der römischen Sklaverei versteckt hielten, bevor sie sich lieber selbst das Leben nahmen, als ihren Feinden in die Hände zu fallen.

israel2019 3Ein weiteres Highlight der Reise war das Baden im Toten Meer. Ein unbeschreibliches Gefühl, auch wenn es bei fast 40 Grad Außentemperatur und entsprechender Wassertemperatur leider keine Abkühlung gab. Trotz dieses kleinen Wermutstropfens war es für alle Beteiligten ein unvergessliches Erlebnis. Am Ende des Tages kamen wir in Even Yehuda bei unseren Gastfamilien an. Da alle sehr freundlich waren und wir uns auch untereinander sehr gut verstanden, trafen wir uns später noch einmal zum Eis essen und gemütlichem Beisammensein.

Nach der erwartungsgemäß sehr kurzen Nacht genossen wir ein Frühstück sowie einen Rundgang in der israelischen Schule WIZO Hadassim unserer Gastgeber. Die erste beindruckende Erfahrung dieses Tages war das Gespräch mit dem Holocaust-Überlebenden Avigdor Neumann. Trotz seiner Erlebnisse ist er auch heute noch sehr humorvoll und gab uns seine Lebensgeschichte und damit eine wichtige Botschaft mit auf den Weg.

Im weiteren Verlauf des Tages besichtigten wir gemeinsam mit unseren Austauschülern die Bahai-Gärten und das Drusendorf Ussefiya. Dort wurden wir sehr gastfreundlich mit traditionellen Speisen empfangen und erfuhren viel über den Glauben der Drusen.

Da es Freitag und somit Shabbat war verbrachten wir den Abend in unseren Gastfamilien, welcher jedoch wieder mit allen deutschen und israelischen Schülern gemeinsam endete.

Samstag, den eigentlichen „freien“ Tag, verbrachten wir alle gemeinsam am Strand von Netanya. Anschließend führten unsere Gastschüler uns in das Einkaufszentrum zum Bowlen und Shoppen aus.

israel2019 1An Tag 6 frühstückten wir gemeinsam bei einer Gastfamilie. Die Großmutter der Austauschschülerin hatte sich bereit erklärt, uns von ihren Erlebnissen als Kind während des Holocausts zu erzählen. Auch dieses Gespräch ging uns allen sehr nahe. Anschließend stand der Besuch des Carmel-Marktes in Tel-Aviv an. Mit unserer Ausbeute ging es anschließend nach Jaffa zu einem Aussichtspunkt. Dort trennten sich für kurze Zeit unsere Wege: Während die Israelis durch Jaffa bummelten, trafen wir uns in einem Café mit dem Fußballprofi Tim Heubach, der seit zwei Jahren bei Maccabi Netanya in der israelischen Liga spielt, zu einem Gespräch über seine Erfahrungen als Deutscher in Israel. Tim war sehr aufgeschlossen und nahm sich über eine Stunde Zeit für unsere Fragen.

Wegen des Feiertags Rosh Hashana fuhren wir anschließend relativ zeitig wieder zurück nach Even Yehuda. Das jüdische Neujahrsfest verbrachten wir wieder in unseren Gastfamilien. Wie auch bei den vorherigen Malen, saßen wir allerdings am Ende wieder zusammen und verbrachten Rosh Hashana am nächsten Tag gemeinsam am Strand.

Das Abenteuer näherte sich nun dem Ende. Nach unserer Abschlussrunde am Vorabend und einem tränenreichen Abschied trat unsere deutsche Reisegruppe den Rückweg zum Flughafen an.

Wir bedanken uns für diese schöne Zeit und die außergewöhnlichen Erfahrungen, die wir sammeln durften, und freuen uns auf ein Wiedersehen im Juni 2020 in Deutschland!

 

Lesen Sie hier auch den umfassenden Bericht vom ersten Austausch nach Israel.

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